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aktueller Bericht: Naturtoninstrumente in der musikalischen Früherziehung

“Natürlich” Musik

Faszination Klangschalen und andere Naturtoninstrumente

Hier nun ein Bericht zur körpernahen Klangerfahrung in der musikalischen Früherziehung für Kinder von 4-6 Jahren

Natürlich Musik

Warum körpernahe Klanginstrumente?

Die ersten sieben Jahre in der Entwicklung des Kindes dienen dazu, das Bewusstsein für den Körper mit all seinen Funktionen zu entwickeln. Begonnen mit der Nahrungsaufnahme, den oralen Entdeckungen( alles wird zunächst in den Mund genommen) über den Tastsinn ( die Berührung- die Haut ist unser grösstes Sinnesorgan), natürlich das Hören ( schon im 5.Monat im Mutterleib geht es los), die ersten Schritte, das Entdecken der eigenen Grenzen, Fein- und Grobmotorik, der Körpereinsatz im Umgang miteinander, entdecken der stimmlichen Möglichkeiten( von schreien, zu sprechen, zu singen) Schulung der visuellen Ausdrucksform( malen, erkennen), Förderung des Vorstellungsvermögens ( Phantasiereisen, Klanggeschichten) bis hin zur körperlichen Ausdrucksform ( Tanz, Pantomime, Theater).

Bei allem ist der Körper das ausführende Element. Mit einem entsprechenden Körperbewusstsein wird das Fundament für die ganze folgende Entwicklung gelegt. Studien haben aufgezeigt, dass Kinder, die die Möglichkeit haben, sich selbst bewusst in ihrem Körper wahrnehmen und entdecken zu können, viel weniger krank sind, als Kinder, denen dieses Erfahrungsfeld nicht zugänglich gemacht wurde. Auch sind diese Kinder oft besser in der Lage, sich zu konzentrieren, sind mitfühlender im Umgang miteinander, verantwortungsbewusster und dadurch Leistungsfähiger und Stressresistenter , wenn es dann in die Schule geht.

Hier ein Beispiel für das Erlernen eines einfachen Liedes mit Hilfe einer Klangschale:

Lied: Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See

Eine grössere , dickwandige Klangschale mit Grundton c ( gibt es bei Fa. www.Abaton- Vibra.de in Stuttgart, Planetenschale –BioRhythmus Körper)), ein weicher Filzklöppel

Ich stelle die Schale vor, indem ich sie anschlage. Wie lange klingt sie? Gibt es nur einen Ton, oder  sind noch weitere Töne zu hören? Wer hört am Schluss den hohen Ton?

Da wir ein Lied über Frösche singen wollen, quaken wir zusammen zum Grundton der Schale. Ein kleines Spiel kann entstehen. Einer quakt vor, die anderen quaken nach. Lange quaks, kurze quaks. Währenddessen wird die Schale immer wieder gespielt. Dann verstummt die Schale. Stille.

Wie bewegt sich denn ein Frosch? Munteres Hüpfen und mit dem Klingen der Schale ist wieder Stille. Die Schale verklingt. Weiterhüpfen, bis der Frosch erschöpft am Boden liegt.

Das Lied erklingt am Klavier. Leise ohne Text. Dann kommt der Text dazu.

Die Kinder setzen sich in einen Kreis, haken sich ein, schunkeln zum Lied. ( ¾ takt) Nach und nach singen alle mit. Beim dritten oder vierten mal, nehmen wir beim hohen Quak die Hände nach oben, beim Tiefen quaken wir alle in die Schale, welche in der Mitte des Kreises steht.

Die Schale wird wieder integriert und immer auf der eins im Takt angespielt. Wenn das Lied dann ausgesungen ist, kann jedes Kind die Schale einmal auf die offenen Handflächen setzten und dem Klang nachspüren. Eine bewegte Stunde geht zu Ende.

Folgestunde: Die Klangfrösche kommen dazu

In der darauffolgenden Stunde kann man dann Klangfrösche unter einer Decke verstecken und die Kinder raten lassen, was sich dort wohl versteckt. Wo leben denn die Frösche? Wer quakt wie ein grosser Frosch, wer quakt wie ein kleiner? Nun brauchen wir einen See, an dem die Frösche leben. Die decke wird zum See erklärt und die Frösche finden ihren Platz.In der Mitte des Sees ist eine Insel ( die Klangschale) Nach einigem Ausprobieren ertönt wieder das Lied , als auch die Klangschale. Um auch hier den Aspekt von hohen und tiefen Tönen zu verdeutlichen, gibt es grosse und kleine Frösche. Diese können dann mit etwas Üben im Lied eingesetzt werden.

Sinn und Zweck:

Die Klangschale als Instrument ist neu und muss zunächst vorgestellt werden. Das Lauschen erzeugt eine entspannte Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wird das Hörvermögen geschult. Hohe und tiefe Töne werden angesprochen, die nachher auch ein Bestandteil des Liedes sind. Über das Quak entsteht eine erste Identifikation mit dem tiefen, vorherrschendem Ton der Schale. Quak ist vertraut und das Vertraute wird mit dem Neuen verbunden. Eine Interaktion entsteht. Das Gruppengefüge wird gestärkt. Gleichzeitig werden verschiedene Tonlängen, sowie Tonwiederholungen erfahren. Erste Grundlagen und Übungen für rhythmisches Verständnis werden trainiert. Konzentration ist anstrengend. Über Körperbewegung wird dieses Spannungsfeld, welches dabei entsteht, abgebaut. Damit auch da der grosse Spannungsbogen gehalten wird , wird mit der Unterbrechung gehüpft. Danach fällt das Zuhören leichter. Durch das neue Instrument( Klavier, oder Gitarre) kommen andere Klangfarben in den Raum. Dazu eine Melodie und ein Text. Das Lied bringt durch seinen ¾ Takt eine beschwingte Stimmung. Das Schaukeln macht Spass und lässt die Gruppe sich als Einheit erfahren. Gut und Schlecht bleiben vor der Tür. Einfache Bewegungen verdeutlichen zudem die hohen und die tiefen Töne im Lied. Dann ist genug. Die Schale schliesst die Stunde und für einen Moment wird noch einmal dem Klang nachgespürt. Die Schwingung der Schale werden dabei über das Wasserelement im Körper weitergeleitet und dadurch im Körper erfahren. So gelangt der nun vertraute Ton auch noch in den Körper. Und irgendwo in einem singt noch das Lied...

In der nächsten Stunde wird zunächst ein Reizfeld geschaffen. Was ist unter der Decke? Das Fühlen regt den Tastsinn an. Eine Alternative wäre dazu, einen Klangfrosch in eine Tüte oder einen Stoffsack zu tun und es dann erfühlen zu lassen. Auch hier kann man mit grossen und kleinen Fröschen spielen. Wenn der Frosch dann da ist, erinnert er natürlich sofort an die letzte Stunde. Das Spielen fördert die Feinmotorik, als auch das Gehör. Wie klingt ein grosser Frosch, wie klingt ein kleiner?  Im Lied wird das Fest am See gefeiert. Wo ist der See – gestalterische Fantasie ist gefragt. Dann kommt wieder das Lied. Hände nach oben bei hohen Tönen, nach unten bei tiefen  – Wiederholung vertieft Lerninhalte. Dann werden die Frösche eingebaut. Kleine Frösche bei hohen Tönen, grosse Frösche bei tiefen. Wer ist ein grosser Frosch, wer ist ein kleiner? Jeder kommt zu Wort. Gleichberechtigung zwischen Gross und Klein.

Fazit:

Dies nur ein kleines Beispiel für den Einsatz von Naturtoninstrumenten zur körpernahen Klangerfahrung. Es wird jedoch deutlich, wie die ganze Person in das Geschehen integriert wird. So wurden hier folgende Charakteristika angesprochen:

Hören, sehen, tasten, fühlen, das Vorstellungs- und Gestaltungsvermögen, die Grob- und Feinmotorik, das Umsetzten von Klängen in Bewegung. Vertiefung der Lerninhalte durch Stille-Momente. Das Erleben von Gemeinschaft, Aufheben von Wertung- Gut/Schlecht-, Gleichberechtigung von Gross und Klein.

Und das Lied.....   

Uta Karen Mempel

Fortbildungen zum Thema:

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