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Die Begegnung im Wald eine Geschichte von Uta Karen Mempel
Eines Tages trafen sich die Eulen des Waldes und riefen eine große Versammlung zusammen. Alle kamen sie: die Tiere, von den kleinsten Käfern bis hin zu den Rehen und Hirschen. Sogar ein paar Borkenschweine hatten den Weg auf die Lichtung gefunden. Zugleich kamen auch für die meisten Menschenaugen unsichtbaren Gäste des Waldes: Die Zwerge, die Gnome, die Elfen, die Feen und sogar einige von Hexenvereinigung „Liebhex“ vom Felsen Kristallstein hatten auf ihren Wunderbesen den Weg gefunden. Alle waren sie ziemlich aufgeregt. Die kleinen Feldmäuse piepsten und raschelten, scharrten mit ihren kleinen Pfoten im Laub. Psssst riefen nun die Waldältesten. Allmählich kehrte Ruhe ein. Da trat die alte weise Eule vor und sprach:“ Meine lieben Freunde ,gmm(geräuschvoll räusperte sie sich), ich habe von den Menschen vernommen ,gmmm, dass dort große Not herrscht. Gmmmm. Die Menschenkinder sind sehr unglücklich und unzufrieden. Sie bekämpfen sich und schlagen um sich. Gmmmm.Sie zerstören unsere Natur und sind sehr laut . Auch teilen sie nicht miteinander, sondern zerstören das Spielzeug ihrer Spielkameraden. Sie sind oft aggressiv und hören nicht auf das, was man ihnen sagt .Gmmmm. Sie benutzen schlimme Worte und beleidigen sogar ihre eigenen Eltern und wiedersetzen sich ihnen in noch nie da gewesener Härte. Dabei sind sie die Erdenmenschen der Zukunft. Und somit auch die Verantwortlichen für die Erde. Gmmmm. “ Alle schauten ganz unglücklich auf die Weise Eule, denn in ihren Herzen, lieben sie die Kinder sehr. Nun war zunächst guter Rat teuer. Was tun?
Sie beratschlagten die ganze Nacht.
Am nächsten Tag, am Abend zur Traumzeit flogen die Eulen zu den Kindern und begrüßten sie im Traumland. Dorthin haben nämlich die Weisen des Waldes die Erlaubnis dabei zu sein. Im Traum brachten sie nun die Kinder auf die große Wiese. Dort hatten sich wieder alle versammelt. Sie begrüßten die Kinder freudig und sangen ein wunderschönes Lied für sie. Die Kinder spürten, dass sie hier willkommen waren und setzten sich zu ihnen.
Mit großen Augen schauten sie nun auf ein Feuer,welches sich in der Mitte der Platzes befand. Es hatte eine besondere Farbe. Es war violett und funkelte regelrecht. Da sprach nun die alte Weise Eule zu ihnen. „ Ihr lieben Kinder, es ist schön, dass ihr da seid. Wie ihr seht, haben wir hier ein Zauberfeuer errichtet. Es ist uns von einem Engel geschickt worden. Wir haben heute die große Ehre, mit euch an diesem Feuer zu sitzen und ein Fest zu feiern. Wir haben gehört, dass ihr euch in der Vergangenheit über einiges geärgert habt. Wir geben euch nun ein Kästchen. In diesem Kästchen sind Wunderkräuter. Erzählt nun diesen Kräutern, was euch ärgert und lasst dabei nicht aus. Auch was euch wütend macht, das gehört dort hinein.“
Die Kinder guckten etwas fragend, aber dann fingen sie an dem Kästchen alle zu erzählen. Noch während sie schimpften und dabei immer lauter wurden, öffnete sich der Himmel und ein helles , silbriges Licht kam auf die Erde. Nach und nach hüllte es den ganzen Platz ein. Immer heller und wärmer wurde es . Nach und nach verstummten die Kinder und schauten staunend mit großen Augen, was denn da geschah. Ein wunderschöner Engel flog aus dem Himmel auf den Platz. Einige der Kinder begannen zu weinen und andere begannen zu lachen. Auf einmal erklang Musik und die Kinder fingen an zu der Musik zu tanzen. Mit ihnen die vielen Tiere und Naturwesen auf der Lichtung. . Nach einer langen Zeit, sprach dann die Eule wieder zu ihnen:“ Nun nehmt eure Kräuter und werft sie in das Feuer.“ Ein dunkler Rauch stieg nach oben und dann war alles weg. Der ganze Ärger war verraucht und die Kinder lachten und spielten noch die ganze Nacht miteinander.
Am nächsten Morgen erwachten sie in ihren Betten und fühlten sich ganz groß und wie neu geboren. Sie gingen zu ihren Eltern und sprachen :“ Mama, Papa, wisst ihr was? Ich kann viel mehr , als ihr glaubt. ich möchte gerne neue Dinge lernen und ich wünsche mir von euch, dass ihr nicht mehr so viel Angst habt, wenn ich etwas neues machen möchte. Ich weiß in meinem Herzen nämlich sehr gut, wo meine Grenzen sind und was ich wirklich will. Ihr müsst mir nur mal vertrauen.“ Die Eltern schauten mit großen Augen auf das Kind. So richtig verstanden hatten sie nicht was wollte es denn ihnen damit sagen?
Am nächsten Abend, als sie ins Bett fingen, waren sie noch immer ein wenig verwirrt. Denn, die Kinder waren auch längst nicht mehr so laut und aggressiv gewesen den ganzen Tag. Ein bisschen seltsam war es ja schon.
Als sie schließlich eingeschlafen waren, kam es , dass die Eulen ( sie waren ganz feierlich mit einem Frack bekleidet) zu den Eltern in den Traum kamen. Sie luden sie in Ihrer freundlichsten und höflichsten Manier ein, doch mit zu kommen. Und so flogen sie dann zusammen auf die große Lichtung.
Dort hatten sich wieder alle versammelt. Sie summten ein leises Lied. Die Eltern waren ein wenig verwundert. In der Mitte brannte wieder ein Feuer. Aber es war etwas kleiner, als die Nacht zuvor und es hatte auch eine andere Farbe. Es schimmerte grün, blau bis hinzu einem tiefen Indigo mit violett. Über ihm hing ein Kessel. Es duftete geheimnisvoll nach wundersamen Kräutern. Die Eule führte sie nun an einen Platz, den sie mit Moos sehr behaglich hergerichtet hatten. Dann wurde ein Teeritual vollzogen. Jeder auf dem Platz erhielt ein Schälchen vondem wunderbaren Trank, den die Zwerge mit den Kräutern gebraut hatten. Als alle davon tranken, fühlten die Eltern, dass sie in diesen Kreis aufgenommen waren und fingen an, sich zu entspannen. Da sangen die Waldbewohner ein neues Lied. Es war ein uraltes heiliges Lied, welches alte Erinnerungen wachrufen kann. Die Eltern sahen plötzlich wieder ihre eigene Kindheit. Sie konnten erkennen, dass sie eigentlich viele Wünsche gehabt haben, als sie selbst klein waren. Aber nur all zu vieles wurde ihnen verboten. Sie hatten nicht einmal die Wahl, dafür etwas anderes zu erhalten. Sie fühlten sich wie eine offene Kiste, bei der nach und nach der Deckel immer mehr verschlossen wurde. So kam nicht mehr hinaus, aber es kam auch nichts mehr hinein. Sie stand ruhig und brav in der Ecke und ab und an, durfte sie geöffnet werden. Gerade so viel, dass es nicht zu anstrengend war. Dabei war diese Kiste ein Schatzkiste. Jeder von ihnen hatte seine eigene mit in dieses Leben gebracht. Und was ist nun mit all diesen Schätzen passiert? Sie sind alle verstaubt und vergessen. Als die Eltern das sahen , wurden sie ganz traurig. So viele Geschenke, die der Welt hätten geben können, alle lagen sie verschlossen in der Kiste. Sie fragten nun ihre Eltern, warum sie nicht erlaubt haben , dass sie diese Schätze auspacken . Da sagten ihnen die Eltern, „wir hatten Angst, dass dir etwas passiert und wollten dich vor schlechten Erfahrungen bewahren.“ Da spürten die Eltern, dass sie selbst oft Angst um ihre Kinder hatten und deshalb vieles verboten haben. Sie sahen auch, was diese Verbote bewirkt haben. Sie nahmen ihren Kinder ihre natürliche Neugier und Lebenslust, etwas Neues kennen zu lernen. Dadurch fühlten sich die Kinder unverstanden und fingen an zu rebellieren. Sie überlegten nun, was man tun könnte. Da kam die weise Eule zu ihnen und sprach. „Seht, ihr habt doch noch eure eigenen Schatzkisten. Da findet ihr bestimmt etwas, was ihr mit euren Kindern zusammen machen könnt und auch etwas, was euch Spaß macht. Denn wenn die Kinder eure Freude am Leben sehen, dann finden auch sie wieder Gefallen und müssen nicht mehr laut und gewaltsam sein, um euch zu zeigen, dass ihnen etwas fehlt. Sie sind dann laut, wenn ihr nicht wirklich zuhören wollt, was sie für ihre Seele brauchen. Lernt selbst in euch leise zu werden und die Bedürfnisse eures Herzens zu spüren, dann werden es eure Kinder auch. Sie fühlen all eure Emotionen und eure Unzufriedenheit mit euch und eurem Leben. Sie wollen, dass ihr glücklich seid. Und der Schlüssel dafür ist in eurer Schatzkiste.“ Nachdenklich saßen die Eltern am Feuer und blickten in die Flammen. Ob da wohl was dran war? Etwas seltsam war es ja schon, aber , was konnten sie letztlich verlieren?
So kehrten sie dann nach Hause zurück.
Am nächstem Morgen schauten sie auf ihre Kinder. Und sie spürten, wie nahe sie ihnen auf einmal waren. Auf dem Boden lag eine Feder, sie erinnerte sie an etwas....
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